Besetzung von Sprechrollen

Besetzung von Sprechrollen

Neben der Kompatibilität mit der Synchronregie gilt es bei der Besetzung von Sprechenden auch organisatorische Faktoren wie deren Verfügbarkeit zu beachten. Wie auch bei der Besetzung von Filmrollen gilt es, abhängig vom Umfang des Projekts, die Sprechenden so wenige Tage wie möglich zu beschäftigen, um Zeit und Geld zu sparen (vgl. Pruys, 2009, p. 97).

Obgleich die Disposition der Aufnahmeleitung obliegt, muss der Regie unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Abgabefrist klar sein, dass eine von ihr gewünschte Besetzung nicht zwangsläufig auch zustande kommen muss. Nebst solcher interner Faktoren gilt es im Auswahlprozess auch Rücksicht auf die Seh- und vor allem die Hörgewohnheiten des Publikums zu nehmen.

Typenbesetzung

Unter dem Begriff der Typenbesetzung versteht man den Prozess des Besetzens von Synchronschauspielenden aufgrund der empfundenen Synergie zwischen ihrer Stimme und dem Aussehen der Originalschauspielenden. So zählen zum Portfolio des Synchronsprechers Tilo Schmitz aufgrund seiner vollen, sonoren Bassstimme in großer Zahl afroamerikanische Schauspieler wie Michael Clarke Duncan, Ving Rhames, Dennis Haysbert oder Keith David sowie bullige, muskulöse Weiße wie Ron Pearlman, Steve Austin, John DiMaggio und Paul ‚The Big Show‘ Wight (vgl. Schowanek, 1997-2020).

Stammbesetzungen

Für manche Schauspielenden haben sich in Deutschland dabei Stammbesetzungen in der Filmsynchronisation etabliert. Beispielhaft führt Guido Marc Pruys in seinem Buch Julia Roberts an. Obwohl die Schauspielerin in vorherigen Projekten mit anderen Stimmen besetzt wurde, führte erst der große Erfolg von „Pretty Woman“ dazu, dass in der öffentlichen Wahrnehmung das Erscheinungsbild von Julia Roberts mit der Stimme von Daniela Hoffmann verbunden wurde (vgl. 2009, p. 100).

Ähnlich verhält es sich mit dem britischen Schauspieler Daniel Craig. Im Rahmen des Films „Im Glanz der Sonne“ (1992) wurde dieser erstmals auf deutsch synchronisiert und bekam die Stimme von Thomas Petruo geliehen. In den Folgejahren bis 2006 standen insgesamt 19 verschiedene Sprecher für Craigs Rollen vor dem Mikrofon, bevor dieser als Bond-Schauspieler in „Casino Royale“ (2006) zu großer Bekanntheit gelangte und man seit 2007 in all seinen Filmen ausschließlich Dietmar Wunder als deutschen Stammsprecher besetzte (vgl. Schowanek, 1997-2020).

Umgekehrt wird allerdings häufig ein Sprecher für viele verschiedene Schauspieler engagiert.

(Pruys, 2009, p. 100)

So wird Dietmar Wunder – nebst vielen weiteren – ebenfalls als Stammsprecher für Adam Sandler, Don Cheadle und Cuba Gooding jr. eingesetzt. (vgl. Schowanek, 1997-2020).

Syurichu

BAA. / Regisseur und Produzent aus NRW VAN Administrator