Was macht eine gute Regie aus?

Was macht eine gute Regie aus?

Das Fazit unserer Reihe

Im Transferprozess der deutschen Filmsynchronisation wird die Qualität der Arbeit einer Synchronregie im Umgang mit Original, Buch und Team zunächst durch eine Auswahl an persönlichen Eigenschaften und Kompetenzen geprägt.

Am wichtigsten sind dabei sprachliche und kulturelle Kenntnisse der Länder sowohl der Ausgangs- als auch der Zielsprache unter Berücksichtigung der individuellen sprachlichen Figuren und der Unterschiede gesellschaftlicher Stände. Um die Welt, ihre Akteure und deren Konflikte zu begreifen, bedarf es nebst eigener Lebenserfahrung auch dramaturgischer Kenntnisse, die die Intention der originalen Regie greifbar macht. In der Atelierarbeit muss die Synchronregie ihre Wünsche anhand ihrer fachlichen Kenntnisse der Technik und Sprache der Filmsynchronisation verständlich und sachgerecht verbalisieren können. Dabei muss sie stets kommunikativ und einfühlsam handeln wenn es darum geht, das Team und vor allem die Synchronschauspielenden zu führen. Die für die Durchführung hochwertiger Filmsynchronisation notwendigen Fähigkeiten sind also nur bedingt im Voraus messbar (Fremdsprachen- und Sachkenntnisse der Schauspielerei). Die für die Beurteilung der Arbeit relevantesten Punkte ergeben sich dabei erst in der Durchführung dieser und lassen sich ausschließlich begleitend oder rückwirkend am Produktionsfluss und der Ausgestaltung der Dialoge feststellen.

  • Die Einhaltung der durch Analyse des Originalstoffs ersichtlichen Werktreue nach dem Vorbild der ursprünglichen Filmregie.
  • Eine lokal verständliche, dem Stoff und der Zielgruppe angemessene und gleichzeitig schmuckvolle Sprache, die mit dem Naturell und den Lippenbewegungen der handelnden Figuren übereinstimmt.
  • Eine authentische Typenbesetzung, die geführt von der Synchronregie und unter Einhaltung aller technischen Notwendigkeiten die verschiedenen Facetten der Figur bedienen kann.
  • Eine angemessene und positive Atmosphäre im Atelier und die Zufriedenheit aller interner und externer Beteiligten.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus der Bachelorthesis „Transferprozesse deutscher Filmsynchronisation – Qualitätsmerkmale im Aufgabenbereich der Synchronregie“ von Jan Theurich aus dem Jahr 2020.
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Syurichu

BAA. / Regisseur und Produzent aus NRW VAN Administrator